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Offenburg
19.12.2010 21:25 (13066 x gelesen)

Offenburg............



   
Teil-1
 
Althistorische Narrenzunft Offenburg
 
Gegründet wurde die Althistorische 1844
und ist Gründungsmitglied der
Vereinigung Schwäbisch – Alemannischer Narrenzünfte.
Sie gehört der Landschaft Schwarzwald an.
 
 
Die Althistorische Narrenzunft Offenburg
(Texte von der Althistorischen NZ Offenburg)
 
Veef und Andres sind die Narreneltern der Althistorischen Narrenzunft Offenburg. Jedes Jahr bringt die Veef pünktliche am „Schmutzigen“ morgens ein strammes Fasnetkind zur Welt. Das Kind wird dann natürlich am Narrenbrunnen getauft und bekommt jedes Jahr ein anderen Namen und hat meistens mit einer Örtlichen Geschichte oder Ereignis zu tun was über das Jahr passiert ist. Damit alles seine Richtigkeit hat, geht die Zunft dann anschließend zum Ämterbesuch. Veef und Andres lassen sich die Geburt durch eine Urkunde auf dem Rathaus bestätigen.
Anschließend werden Polizei, Banken etc. besucht, wo auch dort durch Unterschriften Patenschaften übernommen werden.
Die Redoute nimmt einen großen Platz in der Fasnet der Althistorischen Narrenzunft ein. Sie ist schon über 100 Jahre alt und fester Bestandteil im Narrenfahrplan. Sie findet immer am Sonntag vor dem schmutzigen Donnerstag in der Reithalle in Offenburg statt.
 
 
 
Figuren in der Fasent der Althistorischen Narrenzunft Offenburg
 
 
Ranzengarde:
Die Ranzengarde ist eine der ältesten Narrenfiguren Offenburgs und wurde bereits im Jahr 1844 eingeführt.

Sie trägt die Uniform der Bürgerwehr um 1850, zu der ein Holzsäbel und ein Holzgewehr mit einem eingebauten „Revolver“ für Knallkorken oder Platzpatronen gehörten. Den Namen „Ranzengarde“ verdankt sie dem badischen Ausdruck „Ranzen“, der für „bequem angesetzter Bauch“ steht.

Die Ranzengarde besteht ausschließlich aus Männern mit einer Ausnahme: Der Marketenderin. Sie sorgt während der Umzüge dafür, dass der große Bierkrug immer gut gefüllt ist.
Berühmt und beliebt ist die Ranzengarde über Offenburgs Grenzen hinaus für ihre selbst-gekochte Bohnensuppe, die am Mittwoch vor dem Schmutzigen Donnerstag (der Fasnachtseröffnung) aus frischen Zutaten in der holzbefeuerten Gulaschkanone in den Farben der Ranzengarde zubereitet wird. Das Rezept ist ein streng gehütetes Geheimnis.
 
 
 
Veef und Andres:
Fasnacht 1899 erschien die erste Ausgabe einer belletristischen und humoristischen Chronik der Stadt Offenburg – „D’r alt Offenburger“.
Darin kam unter anderem ein (fiktiver) alter Offenburger zu Wort, der sich kritisch und humorvoll mit den Tages- und Wochenthemen auseinandersetzte. Er wurde vom Herausgeber Adolf Geck bereits vorher (um 1881) erdacht. Nach der Gründung des Carne-valsvereins 1896 wurde die Kunstfigur zum Leben erweckt.
In der Ausgabe Nr. 181 im Jahre 1902 meldete sich der Gegenpart zum Alt-Offenburger, die Alt-Offenburgerin = Veef zu Wort. Seitdem ist der Vorname des Alt-Offenburgers bekannt als „Andres“.
Seit dieser Zeit offenbaren und persiflieren Veef und Andres im lockeren, witzigen Zwiegespräch all die kleinen Sünden der Bürger und Bürgerinnen aus Offenburg und aus dem Umland.
Der prägendste Darsteller des „Andres“ war sicher der Druckereibesitzer Franz Burda, der Vater des Unternehmers Franz Burda, dem Begründer des Burda Verlages.
Ihm zu Ehren wurde in der Fußgängerzone in Offenburg eine lebensgroße Statue, die ihn als Andres zeigt, aufgestellt.
Veef und Andres treten als Biedermeierpaar auf. Sie haben darüber hinaus noch eine wichtige Rolle: Sie sind die „Narreneltern“ und bringen jede Fasnacht einen „Krampe“ (Fasnachtskind) auf die Welt. Das Fasnachtskind wird auf einen Namen getauft, der dem aktuellen lokalen politischen Geschehen Rechnung trägt. Seine Geburt und Taufe werden ordentlich von allen öffentlichen Ämtern Offenburgs beurkundet.
 
 
Spättlehansele:
Das „Spättle-Hansele" ist die zentrale Figur der Althistorischen Narrenzunft und wurde um 1957/58 eingeführt.
Es trägt eine fröhliche, lachende Holzmaske mit Kopfhaube, deren Gesichtsausdruck einer keimenden Bohne ähnelt. Beeinflusst hat diese Form der Name, den die Stadt Offenburg während der Fasnacht trägt: Bohneburg
Das „Häs“ (Kostüm) besteht aus etwa 1:500 schindelförmigen Filzstücken (Spättle) in sieben verschiedenen Farben, die in einem bunten Durcheinander auf eine Hose und Jacke aufgenäht werden. Ergänzt wird das „Häs“ durch weiße Handschuhe, ein rotes Halstuch mit feiinem weißen Muster, gestrickte Ringelsocken in den sieben Farben und Strohschuhe. Mit einer lauten Rätsche aus Holz (Lärminstrument) und Glöckchen am „Häs“ machen die „Spättle“ auf sich aufmerksam.
(Die Rätsche war in früheren Jahren ein gebräuchliches Utensil zum Verjagen von Vögeln in den Weinbergen).
Die „Spättle“ stellen die größte Gruppe innerhalb der Narrenzunft. Ob durch Schnaigen, Schabernack-Treiben oder als Anführer der berühmten Spättle-Polonaise. Sie garantieren immer Stimmung und gute Laune.
 
 
Alde:
Der Name leitet sich nicht von dem Wort „Alter“ sondern von dem Erscheinen der "Alt Offenburgerin" - genannt Veef - ab, die zur Entstehungsgeschichte der "Alden" durch ihr Erscheinen ihren Teil beigetragen hat.

Das Bild der „Alt Offenburgerin“ entsprach einer Bürgersfrau aus der Biedermeierzeit. Mit ihrem losen Mundwerk zog sie außerdem über Land und Leute her. Das brachte ihr den Ruf einer bösen "Schnaige" ein. Während aber die Veef nur im Wochenblatt "D'r alt Offeburger" und bei den Redouten ihr Mundwerk wetzte, richteten sich immer mehr wesensgleiche Frauen auf diese Spielart der Fasnacht ein.
Sie gingen in gleicher oder ähnlicher Verkleidung und einer Gesichtsmaske aus Gaze-Stoff zum "Schnaigen". Dabei schlossen sie sich meist zu einer Clique zusammen und zogen durch die Lokale und auf Fasnachtsbälle, um mit ihrer spitzen Zunge bekannte Personen zum Narren zu halten.
Nachdem diese Offenburger Narrenfigur nach und nach zu entschwinden drohte, nahm sich die Althistorische Narrenzunft ab 1968 dieser Gestalt an, indem sie eine eigene, zunftzugehörige Gruppe - die "Alde" - bildete. Ihre Mitwirkenden sind ausschließlich Frauen. Wie damals, entspricht das Kostüm der Kleidung einer Bürgersfrau aus der Biedermeierzeit. Das Gesicht wird durch eine Maske aus Gaze-Stoff verhüllt.
Viele von ihnen sind schon lange Jahre aktiv in der Zunft tätig und sind als „fleißige Bienen“, die sich für keine Arbeit zu schade sind, eine unentbehrliche "Einrichtung geworden, auch außerhalb der Fasnachtszeit.
 
 
Fanfarenzug:
Beim Nachschlagen in alten Fastnachtsprotokollen fällt oft auf, dass bei Umzügen, Redouten und Bällen Fanfarenbläser eingesetzt waren. Im Jahr 1957 begann die Narrenzunft, sich eine eigene "Mannschaft" zuzulegen.

Leider hatte Offenburg nicht, wie andere, meist kleinere Orte, eine Musikkapelle für die Straßenfasnacht. Zwar half die Stadtkapelle immer wieder aus, doch eine ständige Begleitung war nicht machbar. Die Zunft musste aber für die Straßenumzüge die musikalische Begleitung sicherstellen.
Einige Sympathisanten aus der Ranzengarde erklärten sich bereit, aus der Not eine Tugend zu machen. In Ermangelung besserer Möglichkeiten und aus Kostengründen bildeten sie selbst einen Fanfarenzug.
Der „Fanfarenzug“ trägt die Uniform eines Landsknechts aus dem 16. Jahrhundert. Die Farben sind badisch: gelb-rot, auf der Brust prangt der vorderösterreichische Doppeladler als Erinnerung an die Herrschaft der Österreicher in der Ortenau.
Der „Fanfarenzug“ begleitet die Zunft nicht nur bei Umzügen, sondern tritt auch bei sämtlichen Zunftveranstaltungen auf.
Auch außerhalb der Fasent ist der „Fanfarenzug“ mit Auftritten aktiv. Das heutige Repertoire umfasst neben Märschen auch schmissige, mitreißende moderne Stücke.
 
 
Dominos:
Erste Erkenntnisse hierfür stammen aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts.
Im Jahr 2003 wurde die Figur zu neuem Leben erweckt.
Der „Domino“ ist nicht nur einfach eine Verkleidung: Eine schwarze Robe mit Kapuze, eine Gesichtsmaske aus schwarzem Stoff, schwarze Handschuhe und Schuhe und eine Dätsch (Holzstock mit Rautenmuster). Die Figur passte von ihrem italienischen Ursprung her auch zu unserem damals ausgeübten Carneval.
Die „Dominos“ zogen über die Fasnachtstage von Lokal zu Lokal, hechelten mit mehr oder weniger guten Scherzen bekannte Bürger durch, hielten ihnen Fehltritte oder Missetaten vor, ohne sich selbst zu erkennen zu geben. Ab Mitternacht mussten sie sich demaskieren. Deshalb verließen sie vorsorglich das Lokal rechtzeitig, um nicht erkannt zu werden. Auf den Bällen erschienen ganze Gruppen und trugen zur Erheiterung und guter Stimmung bei.
Gegen Ende des Jahrhunderts, nachdem Offenburg als Garnisonstadt immer größer und damit "fremder" wurde, verschwand dieser jahrzehntealte Brauch. Die neu Zugezogenen zeigten wenig Verständnis für das "Schnaigen".
Ein von Adolf Geck verfasstes "Gesetz zur Regelung und Beförderung des Domino-Unwesens in Bohneburg" von 1898 und 1909 erließ in lustiger Form Verhaltensmaßregeln in 11 Paragraphen, geholfen hat es allerdings nicht.
Zur Wiederbelebung des Brauchtums versuchten nach dem 2. Weltkrieg einige Narrenzünftler wieder ihr Glück. Doch hatte die Figur bei der stärkeren Ausrichtung der Narrenzunft auf die schwäbisch-alemannischen Bräuche keine Chance mehr. Die letzten Dominos verschwanden Mitte der 60-er Jahre aus dem Blickfeld.
Seit der Fasent 2003 gibt es wieder, mit Genehmigung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, eine Dominogruppe innerhalb der Althistorischen Narrenzunft mit Auftritten in Offenburg, die heute wieder erfolgreich „schnaigen“ geht und das Fasnachtsgeschehen bereichert.
Die Identität der „Dominos“ wird streng geheim gehalten und die Namen hinter den „Dominos“ dürfen nicht genannt werden. Verrät jemand einen der Namen so wird er, durch das sogenannte „Zunge schaben“ – Einreiben der Zunge mit scharfem Meerrettich – bestraft. Wer versucht das schwarze Gewand oder die Maske zu lüften, um einen Blick auf den Träger zu erhaschen, macht schnell mit der hölzernen Dätsch Bekanntschaft.
 
 
Narrenrat:
Der Narrenrat, unter dem Vorsitz des Zunftmeisters, lenkt die Geschicke der Narrenzunft.

Scherzhaft „Schwarzkittel“ genannt kommt der Narrenrat in einer schwarzen Jacke daher, deren Ärmel und Saum mit bunten Filzspättle verziert sind. Auf dem Kopf sitzt eine Krummkappe, die ebenfalls mit Filzspättle verziert ist. Die etwas sperrige Krummkappe wird bei geschlossenen Veranstaltungen durch eine etwas leichtere Saalkappe ersetzt. Ein roter Schirm mit Spättlekopf statt Knauf und am Rand ebenso mit Spättle verziert, rundet das Erscheinungsbild des Narrenrats ab.
Der „Narrenrat“ zählt maximal elf Personen. Er besteht aus dem Geschäftsführenden Narrenrat – Zunftmeister, Stellvertreter, Säckelmeister (zuständig für Finanzen) und Schriftführer sowie weiteren Narrenratsmitgliedern (maximal sieben). Diese weiteren Mitglieder werden mehrheitlich über die ihnen zugeteilten Funktionen ernannt (z.B. Pressearbeit, Mitgliederbetreuung, Brauchtumspflege). So-wohl die Mitglieder des Geschäftsführenden Narrenrats, als auch die anderen Mitglieder des Narrenrates werden alle vier Jahre von der Mitgliederversammlung bestätigt bzw. gewählt. Hierbei findet die Wahl des Geschäftsführenden Narrenrats um zwei Jahre versetzt zu der Wahl der anderen Narrenratsmitglieder statt.
Der „Narrenrat“ ist erweitert um die jeweiligen Funktionsträger (Obleute) der einzelnen Gruppen, wobei sie für die Dauer ihrer Wahlperiode als Beiräte volles Stimmrecht im „Narrenrat“ haben. Zudem bleibt es dem „Narrenrat“ freigestellt, Narrenbeiräte zur Unterstützung zu benennen
 
 
Bott:
Der „Bott“, in früheren Zeiten der Übermittler amtlicher Nachrichten, bekam in der Narrenzunft eine andere Aufgabe. Seit etwa 1950 obliegt ihm die Verpflichtung, die Zunftveranstaltungen zu moderieren, das Publikum zum Mitmachen anzuregen und durch spaßige, originelle eigene Beiträge zu unterhalten. Besonders gilt das für die Kellerabende.
Bei der Straßenfasnacht und den Umzügen soll er der Zunft den Weg bahnen, die Zunft zusammenhalten und er führt sie an, zusammen mit dem Fahnenschwinger und dem Nachtwächter. Unüberhörbar ist der „Bott“ durch seine laute Schelle (Glocke), mit der er die diversen Veranstaltungen oder das Kommen der Zunft ankündigt. Der Stellenwert, den der „Bott“ für die Althistorische Narrenzunft hat, schlägt sich in der jährlichen Publikation der Zunft nieder, die wir „Zunft-Bott“ genannt haben.
 
Wir danke der Althistorischen Narrenzunft Offenburg für die Texte.
Zusammengestellt wurde die Info von Raphael S. Rinkenauer

 

 

 

 


Teil-2

Die Hexenzunft Offenburg


Die Zunft wurde 1935 gegründet und ist seit
1937 Mitglied der Vereinigung Schwäbisch – Alemannischer Narrenzünfte.
Sie gehört dort der Landschaft Schwarzwald an.


"Schelle Schelle Sechser, alli alti Hexe - Narro!" Die Hexenzunft Offenburg und die Fasnet in Bohneburg
(Texte/Quelle von der Hexenzunft Offenburg / Axel Micelli)
Wenn dieser Ruf durch die Offenburger Altstadt schallt, dann ist sie wieder da die Fasentszeit mit ihrer ausgelassenen Fröhlichkeit, ihrem bunten Treiben und ihren Offenburger Hexen. Viele Jahrzehnte lang vollführen diese krummnasigen, spitzkinnigen und brolläugigen Gestalten ihre tollen Besensprünge, oder zelebrieren ihr gespenstisch- teuflisches Hexenritual. Fröhliche Angst und heiteren Schrecken verbreitend, fahren sie auf ihren Besen in die Menge und den kreischenden Frauen ins Haar. Mit fester Hand greifen sie sich hier und da ein Opfer heraus, mag es sich noch so wehren, und sperren es in den hölzernen Käfig. Und wenn sie gar einen Prominenten erwischen, zeichnen sie ihn auf ewig und alle Zeiten mit "glühendem" Stempel als Fasentnarren. Wo's hoch hergeht, sind sie dabei, die Offenburger Hexen. Sie gehören eben zur Fasent "wie's Salz an d' Supp"! Doch wo kommen sie her? lrgendwer muß sie irgendwann einmal erdacht haben. Irgendwo müssen sie einmal Gestalt angenommen haben.

Nun, das Fastnachtstreiben läßt sich hierzulande weit zurückverfolgen. Schon 1483 wird von der Herrenfastnacht des deutschen Adels berichtet, zu der Philipp I. viele geistliche und weltliche Würdenträger nach Offenburg eingeladen hatte. Dass die Fasnacht auch vom gemeinen Volk gern und ausgiebig gefeiert worden sein muß, läßt sich unschwer aus den vielen kirchlichen Verboten erkennen. 1776 kann man von einem Fasnachtsumzug der Franziskanermönche lesen. Und aus dem Jahr 1844 ist noch das Programm über "die Geburt des Hanswursts" erhalten.

In den Jahren um die Jahrhundertwende organisieren sich die ersten närrischen Vereine. Von Bällen wird berichtet und von Fasnachtsspielen. Immer wiederkehrende Gruppen und Figuren entstehen, so das räsonierende Biedermeierpaar Veef und Andres, die Dominos und die Schnaigerinnen mit ihrem spitzen Mundwerk. Auch ein Elferrat nach rheinischem Vorbild wird gebildet. Immer neue, immer fantastischere Kostüme werden erdacht, doch eine typische Straßenfasentfigur ist nicht dabei.Angeregt durch den alten Offenburger Fasentruf "Schelle, schelle Sechser, alli alti Hexe!", kommt im Jahr 1933 ein junges Offenburger Pärchen auf die Idee, eben diese "alti Hexe" zum Leben zu erwecken.Es ist die erste Hexe in der südwestdeutschen Fastnacht! Wie hätten sie ahnen können, dass sie damit eine Figur schaffen, die Jahrzehnte später hundertfach kopiert die Straßen beherrschen wird.
Aber - Gedacht, getan. Mit Freude und Begeisterung werken, kleben, kitten und nähen sie an einer Hexenmaske. Strohzöpfe hängen sie ihr an und stecken sie unter ein rotes Kopftuch. Rock, Schürze, alte Unterwäsche sind schnell besorgt und auch der Besen, der nun mal zu einer zünftigen Hexe gehört. Aber - die erhoffte Wirkung bleibt aus. Ganze zwei Jahre dauert es noch, bis sie mit ihren wilden Sprüngen und Neckereien Erfolg haben. Freunde und Bekannte finden sich bereit, auf der Straße mitzuspringen, natürlich auch als Hexen. Fleißig geht es bei Vollmers - so hieß das junge Paar nämlich - ans Basteln, Flechten und Nähen. Schon bald gleicht die "gute Stube" eher einer Scheune. Dafür aber steht jetzt eine kleine Gruppe Hexen für die Straßenfasent bereit. Es sind dies: Ehepaar Karl und Pauline Vollmer, Karl Wacker, Ernst Heinzelmann, Karl Otto Schimpf, Heiner Doll, Willi Gehring, Herbert Fehrenbach und Elisabeth Wacker.
Beim Narrentreffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte 1935 schmuggeln sich einige Hexen in den Umzug und erregen mit ihrem wilden Treiben Aufsehen. Am Dreikönigstag 1936 wird in der Wohnung der Hexeneltern die offizielle Gründung der "Offenburger Hexenzunft" mit Satzung und Hexenregeln nachgeholt, damit alles seine Richtigkeit und Ordnung hat. Natürlich gehört zu einem echten Hexenritual auch ein wohl geplantes Zeremoniell, denn Maske und Kostüm allein machen keine Narrenzunft, schon gar keine Hexenzunft. So werden Hexenspuk, Hexenfeuer, Besentanz festgelegt, Sprüche am dampfenden Kessel erdacht und die Ehrung der Gäste und "hochgestellten Persönlichkeiten" durch Stempelung d. h. durch "die Vergabe des ehrenvollen Hexenzeichens", erfunden.
Ganz getreu den Entwürfen Karl Vollmers, hatte der Elzacher Künstler Fritz Disch die Hexenmasken geschnitzt. Einheitliche Kopftücher, rot mit weißen Punkten über ein Drahtgestell in Form einer gotischen Haube waren besorgt und Hexenkostüme angefertigt worden! Jede Maske hatte sechs strohgeflochtene Zöpfe an denen kleine Schellen hingen. Die Füße steckten in Ringelsöckchen und Strohschuhen. So springen die Hexen dann bald beim Narrentreffen 1936 in Oberndorf a. N. mit im Zug umher. Vor ihnen ein eigenes Täfelchen darauf steht: "Offenburger Hexenzunft".
Mit Witz und viel Schwung bringen sie es so weit, daß die Presse und der Rundfunk über sie berichten. Sie werden bekannt. Man lobt sie als bestgelungene Neuschöpfung einer Narrenzunft. Schritt für Schritt, Sprung für Sprung geht es voran: 1937 Aufnahme in die Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte. 1938 großes Hexenfeuer beim Narrentreffen in Überlingen. Erfolg: ein Bildbericht in der ,Berliner Illustrierten'. Im gleichen Jahr entsteht die erste Hexenküche. Im Anwesen der "Tante Lina" alias Frau Pfitzmeier erhält die Zunft einen Raum in dem sie werken und planen kann. Aber auch Gäste werden hier empfangen und natürlich verhext. So ist z. B. einer der ersten Prominenten der "Alte Fritz" oder richtiger gesagt sein berühmtester Darsteller - Otto Gebühr! Er quittiert diesen Hexenspuk mit einem begeisterten "Pfui Deibel!"
Der Zweite Weltkrieg setzt dem Narrentreiben ein jähes Ende. Und als noch eine Bombe die Hexenküche zerstört, ist den Hexen vollends der Spaß vergangen. Alles scheint vorbei zu sein. Aber was kann schon echte Fasnachtsnarren unterkriegen?! So dauert es auch nicht lange, bis sich das Narrenblut wieder regt. Karl Wacker gelingt es, die Kellerräume der ehemals Tritschlerschen Brauerei am Lindenplatz zu erwerben. Mit Fleiß und Begeisterung geht es still und heimlich an den Ausbau einer neuen, schöneren Hexekuchi

Nach dem Krieg ist zunächst alles Fasnachtstreiben verboten. Schließlich aber hat die Besatzungsmacht ein Einsehen und läßt die Neugründung der Hexenzunft zu. Allerdings mit der Einschränkung: keine Straßenfasent und Larven! Doch ein Narr wäre kein Narr, wenn er sich nicht zu helfen wüßte. Anstatt in den Straßen erscheinen am Fasentsonntag 1947 die Hexen allesamt in den Fenstern der Einhorn-Apotheke und der gegenüberliegenden Rentamtsruine. Mit diesem Streich umgehen sie geschickt das Verbot und können frohgemut Würscht, Wecke, Apfel und Gutsele (offenburgerisch für "Bonbon") in die Menge werfen, was in dieser kargen Zeit eine Sensation ist. Eine neue Form für den "Hexenfraß" war gefunden!
Auf viele Bitten hin wagen die Hexen 1948 - noch vor der Währungsreform - den ersten Hexenball. Es ist der erste Ball überhaupt nach dem Krieg. Und - wer hätte das gedacht - er wird ein Riesenerfolg, wenn sich auch ein jeder sein Essen und Trinken selbst mitbringen muß. Seither wird ein Hexenball schöner als der andere - und voller! So kommt es, daß man 1958 aus dem Saalbau des "Drei-König" in die Stadthalle wechseln muß, 1963 in die Oberrheinhalle und 2006 in die Ortenauhalle.
1956 überträgt der Hexenvater Karl Vollmer das Amt des Zunftmeisters dem Organisator des Hexenkellers und Gründungsmitglied, Karl Wacker. Schon vier Jahre nach seinem Amtsantritt muß Karl Wacker aus gesundheitlichen Gründen die Führung der Hexenzunft seinem Hexenmeister Hans Metzger anvertrauen. Beide Ämter waren damit wieder in einer Person vereinigt wie damals zur Gründungszeit.
1972 wurde Walter Pfeiffer das hohe Amt des Zunft- und Hexenmeisters übertragen. Unter ihm ist die Zunft, die 1935 mit einigen begeisterten Fasentnarren begonnen hatte, zu einer Narrenvereinigung von über 1000 aktiven und passiven Mitgliedern herangewachsen. Nach Abwicklung des "Goldenen Hexenfest" anläßlich des 50-jährigen Bestehens der Zunft, übergab Walter Pfeiffer im Sommer 1985 die Führung der Zunft an den langjährigen Aktiven Wolf-Dieter Kleinert. Unter dessen Regie konnte die Offenburger Hexenzunft im Jahre 1988 nach 1964 zum zweiten Mal als Mitausrichter des Großen Narrentreffens der "Vereinigung" viele Narrenfreunde in Offenburg begrüßen. Im Sommer 1993 wurde dann Hans-Georg Roth als Nachfolger von W.-D. Kleinert, der nach 8 Jahren Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehen konnte, zum Zunft- und Hexenmeister gewählt.
Nach ebenfalls acht sehr erfolgreichen Jahren, in denen er unter anderem die so beliebten Kappenobende wieder ins Leben rief und auch dem Hexenball seinen "Stempel" aufdrückte, legte Hans-Georg Roth sein Amt nieder. Seit Juli 2001 hat nun Uwe Schreiner, der bis dahin als Zunftrat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit schon sehr erfolgreich tätig war, die Führung der Zunft inne. Mit ihm bricht die Hexenzunft in das neue Jahrtausend auf, um auch weiterhin Jung und Alt in ihren Bann zu ziehen.

Die Narrenfiguren der Hexenzunft
Teufel / Hexenmeister
Der Teufel - eine von Karl Vollmer im Jahre 1948 entworfene Einzelfigur der Offenburger Hexenzunft. Diese im gesamten schwäbisch-alemannischen Fastnachtsgebiet wohl einmalige Narrengestalt ist nur dem Zunft- bzw. Hexenmeister oder dessen Stellvertreter vorbehalten. 1958 entstand dann eine neue, von Werner Vogel kreierte Teufelsmaske, die bis heute vom Hexenmeister bei sämtlichen Auftritten getragen wird. Das Kostüm (Häs) des Teufels besteht aus einem grünen Lederwams, einer roten Spättlehose sowie schwarzen Lederstiefeln. Die tierisch-menschlichen Züge der Maske wurden beibehalten. Im Gegensatz zu der feingeschnittenen Schweinskopfmaske wurden dem Neuentwurf jedoch mächtigere, fast barocke Formen mitgegeben. Der bockähnliche Oberkopf mit großen hängenden Lauschern und den starr fixierenden Augen wird von zwei kräftigen geschwungenen Hörnern und zwei feineren Stirnhörnern abgeschlossen. Die breite Rüsselnase verdeckt zum Teil den geöffneten Raubtierrachen mit zwei spitzen Reißzähnen. Der diabolische Gesamteindruck wird durch den zotteligen Bocksbart und die heraushängende Zunge noch verstärkt. Ein Fuchsschwanz, über dem roten Maskentuch angebracht, rundet das Kunstwerk ab.
Der Teufel bzw. der Hexenmeister führt die Hexenzunft bei ihren Auftritten an und vollzieht die Rituale des Hexenspuks und der Stempelung.

Hexe
Hexe - die Figur, die der Zunft den Namen gegeben hat, wurde von Karl und Pauline Vollmer in den frühen Dreißiger Jahren entworfen. Die Offenburger Hexe ist nachweislich die erste und älteste Hexenfigur im schwäbisch-alemannischen Sprachraum. Hexenvater Karl Vollmer war von Beruf Glasmaler und hat damals von jedem Mitglied eine Zeichnung, eine Art Karikatur angefertigt, und diese zusammen mit einem Plastilin-Wachsentwurf dem Elzacher Maskenschnitzer Fritz Disch zur Bearbeitung aus Lindenholz vorgelegt. Jede Maske erhielt somit einen persönlichen Charakterzug ihres Trägers. Die Masken der Hexen "Lälli", "Borpele", "Mädleschreck" und "Lätsch" geben hiervon ein entsprechendes Zeugnis. Heute werden die Masken zwar nicht mehr nach Modellentwürfen geschnitzt, sind in sich aber nach wie vor sehr unterschiedlich, bis auf die von den Gründern vorgegebene Grund-charakteristika Hakennase, spitzes Kinn und Brollauge.
Auf das Brollauge sollte man etwas näher eingehen, denn es ist für den Gesamteindruck der Hexe von entscheidender Bedeutung. Durch das stark eingeengte Sichtfeld ist der Träger gezwungen ständig den Kopf in alle Richtungen zu drehen, um sein Umfeld wahrzunehmen. Durch diese Bewegungen wird die Hexe endgültig "zum Leben erweckt". Als Abschluß der Maske dient das rot-weißgetupfte Kopftuch, das in Form einer gotischen Haube über ein Drahtgestell gebunden ist. Alle Hexen absolvieren als Büttel eine 2jährige Probezeit, und müssen danach von der Versammlung der aktiven Mitglieder in geheimer Wahl mit mindestens 66% Mehrheit gewählt werden. Unter allen Offenburger Hexen befinden sich ausschließlich Männer. Das Mindestalter bei der Bewerbung beträgt 18 Jahre.
Ausführliche Informationen über die Aufnahme in unsere Zunft erhalten Sie hier.
Hier können Sie mehrere Hexenmasken aus der Gründerzeit betrachten. Diese Masken waren auch in unserer "Hexenausstellung 2000" anläßlich unseres 65jährigen Zunftjubiläums zu sehen, und erhielten überall große Bewunderung.

Alt-Offenburgerin
Gehen wir weiter in unserer Figurenbetrachtung und wenden uns der Alt-Offenburgerin zu. Nach dem Krieg konnte sich die Figur der Alt-Offenburgerin durchsetzen. Sie ist aus den Schnaigerinnen hervorgegangen, die in Frauenkleidern mit einer Gazemaske verkleidet, mit frechem Mundwerk, aber niemals verletzend über die anderen herzogen, also "schnaigten". Ab 1947 trugen sie für zwei bis drei Jahre geschnitze Holzmasken. Diese Maske stellte ein freundliches Frauen-gesicht dar. Der damalige Friseur Steiner aus der Offenburger Steinstraße, der die Mitglieder der Hexenzunft auch immer regelmäßig für ihre Fasentauftritte schminkte, lieferte die Haare, die der Maske als Kopfschmuck dienten. Zwischenzeitlich bereichert diese Figur wieder verstärkt die Auftritte der Zunft, allerdings ohne Maske, aber immer noch in der Alt-Offenburger Bürgerinnentracht mit der bestickten Goldhaube.
Den Frauen obliegt das gleiche Aufnahmeverfahren wie den Hexen und Hexefetzern. Als aktive weibliche Zunftmitglieder können sich jedoch nur Ehefrauen oder Töchter von Hexen bewerben. Damit ist gewährleistet, daß die Hexe immer die Mehrheit der auftretenden Figuren bildet - so wie es von den Gründern vorgegeben wurde.
Die weiblichen Anwärterinnen absolvieren ihre 2jährige Probezeit nicht als Büttel, sondern im Häs der Alt-Offenburgerin oder als Hansele.
Spättlehansele
Um mehr Frauen Gelegenheit zu bieten, am fastnachtlichen Geschehen aktiv mitzuwirken, wurde eine weitere Fastnachtsfigur geschaffen, die von Karl Wacker 1956 angeregt wurde. Es war das Hansele, das mit seinem buntgemusterten Spättlehäs das Bild der Hexenzunft farblich beleben sollte und heute den weiblichen aktiven Mitgliedern der Zunft vorbehalten ist.

Dieses Hansele hat die für das Kinzigtal typischen "Spättle" in den Farben rot, schwarz, gelb, grün und grau. Als "Spättle" werden kleine Stoffreste bezeichnet, die früher vorwiegend dazu benutzt wurden, um schadhafte Stellen an Kleidungsstücken auszubessern. Diese wurden zur Fasent auf Arbeitsanzüge aufgenäht und danach wieder abgetrennt, da man sich den Luxus nicht leisten konnte, einen Anzug nur an diesen Tagen zu tragen. Ein Hahnenkamm aus rotem Spättle dient als Abschluß der lächelnden Holzmaske. Dazu wurde das Spättlehansele mit einer an einem langen Farrenschwanz befestigten Saubloder ausgerüstet, von der es heute noch regen Gebrauch macht. Selbstverständlich gilt für die Hansele in Bezug "Aufnahme in die Zunft" das gleiche, wie für die Alt-Offenburgerinnen.

Büttel
Die nächste Figur, mit der wird uns beschäftigen möchten, ist der Büttel oder Sechser. 1945-50 wurde für die Büttel eine neue Aufgabe gefunden. Wahrscheinlich schon seit der ersten Stunde der Hexenzunft mit dabei, waren sie zunächst sogenannte "Handwerkerhexen", die mit allen technischen Angelegenheiten betraut waren. Zu ihnen gehörten beispielweise Schlossermeister Louis Burg, Schuhmacher Karl Ernst sowie Julius Greif. Dann wurde der Büttel die Narrenfigur, die bis heute für die "Hexenanwärter" vorbehalten ist. Ihnen obliegt eine mittlerweile zweijährige Probezeit.
Das Häs (Kostüm) der Narrenfigur war und ist noch heute ganz auf deren ursprüngliches Aufgabengebiet ausgerichtet und deshalb einfach und praktisch gehalten: grüner, goldgemusterter Kittel mit Kapuze, die als Maskenabschluß dient. Ein breiter Ledergürtel, die im schwäbisch-alemannischen Fastnachtsraum einmalige Halbmaske mit dem buschigen Schnurrbart, eine einfache rote Hose und natürlich die traditionsreiche Büttelglocke mit der der Büttel die Hexen in seinem Gefolge ankündigt.

Sinnigerweise ist die Anzahl der Büttel (Sechser), und damit auch die Anzahl der "Hexenanwärter" im Zweijahresrhytmus auf maximal 6 beschränkt. Anhand einer schriftlichen Bewerbung und einem persönlichen Gespräch entscheidet der Zunftrat, wer als Büttel aufgenommen wird. Das komplette Häs inklusive Maske und Glocke wird von der Zunft kostenlos gestellt.

Hexefetzer
Hier wollen wir die Figur des Hexenfetzers vorstellen. Hexenfetzer werden die Musiker der zunfteigenen Musikkapelle genannt. Der Name wurde durch eine Umfrage unter vielen Narren im Rahmen des goldenen Hexenfestes gefunden. Der fetzige Sound der Kapelle ist zwischenzeitlich unverkennbar und hat in Offenburg und im gesamten schwäbisch-alemannischen Raum unzählige Freunde. Selbstverständlich gehören auch die gängigen Narrenmärsche unserer Region zu ihrem Repertoire. Mit ihrer rot-grünen Jacke, der schwarzen Hose, gekrönt durch einen breitkrempigen schwarzen Hut mit gedrehtem Strohzopf, runden die Musiker das farbenträchtige Auftreten der Zunft ab.
Pünktlich zum "Goldenen Hexefeschd" 1985 in Offenburg präsentierte der heutige Ehrenzunft- und Hexenmeister Walter Pfeiffer die erste zunfteigene Musikkapelle. Die Hexefetzer! Das jüngste Kind der Hexenzunft ist heute nicht mehr aus der Offenburger Fasent wegzudenken. Aber nicht nur in Offenburg haben die Top-Musiker sich zwischenzeitlich einen Namen gemacht, sondern auch bei zahlreichen Narrentreffen im schwäbisch-alemannischen Raum gehören die Auftritte der "Fetzer" zu den Höhepunkten der Freinächte. Offene Ohren und begeisterte Resonanz sind ihnen sicher, wenn ihre heißen Samba- und Rock'n-Roll-Rhythmen im Hexefetzer-Sound ertönen. "Eine eigene Identität entwickeln", war und ist nach wie vor die Devise der Hexefetzer, deren Arrangements sich wohltuend von der üblichen Fasnachtsmusik abheben. Man darf bereits jetzt darauf gespannt sein, mit welchen Hits unsere Hexefetzer an der nächsten Fasnacht die Stimmung beim Hexenball in der Ortenauhalle und in der Hexenkuchi zum Kochen bringen werden.
Für die Hexenfetzer gilt das gleich Aufnahmeverfahren wie für die Hexen. Sie absolvieren ihre Probezeit jedoch im Hexefetzer-Häs und erhalten keine Hexennamen.

Wir danken Axel Micelli von der Hexenzunft Offenburg ganz herzlich für die Texte!




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