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Donaueschingen
06.01.2011 18:36 (7284 x gelesen)

Donaueschingen..



   
 
Narrenzunft Frohsinn 1953 Donaueschingen
 
 
Gegründet wurde die Narrenzunft 1853
Die Zunft ist Gründungsmitglied 1924 der Vereinigung Schwäbisch –
Alemannischer Narrenzünfte und gehört der Landschaft Baar  an.
 
 
 
Geschichte und Narrenfiguren der Narrenzunft Frohsinn:
                    (Texte/Quelle NZ Frohsinn Donaueschingen)
 
Der Donaueschinger Hansel zählt zu den Baaremer Weißnarren. Bedingt durch die Einflüsse des höfischen Bereichs, insbesondere durch das Haus Fürstenberg, gab es in der Geschichte verschiedene bemalte Hanselhäser. Der Hansel trägt zu seinem Häs eine sehr feine Rokoko-Larve aus Lindenholz.
Das Gretle trägt die Baaremer Tracht aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie war ursprünglich kein Fasnachtskleid, sondern Festtracht der Frauen. Den Kopf schmückt die „Backenhaube“ mit dem besticken „Kappenblätz“ und den bis zum Rocksaum reichenden Bändern.
Zum Element des Donaueschinger Hansels gehört das Springen und Hopsen nach dem berühmten Donaueschinger Narrenmarsch „Hans blieb do, dr woascht ja nit wies Wetter word“ vom Fürstlich Fürstenbergischen Hof-Kapellmeister Johann Wenzel Kalliwoda geschrieben.
 
 
 
 
Wie alles begann:
 
 
Am Fasnachtsonntag, den 6. Februar 1853, saßen im Gasthaus Hirschen in Donaueschingen einige närrische Bürger beisammen. Sie kamen an diesem Nachmittag auf den Gedanken, einen Narrenverein zu gründen. Die erste närrische Aktion wurde gleich für den Fasnachtdienstag geplant. In Windeseile wurde eine nachgebildete Eisenbahn gebaut, mit der man dann in die Nachbarstadt Hüfingen fuhr, um dort Fasnacht zu feiern. Von der närrischen Fahrt zurückgekehrt, traf man sich wieder im Gashaus Hirschen. Unter großem Beifall wurde der Narrenverein gegründet und auch gleich eine Vorstandschaft gewählt. Vorstand wurde der Hirschenwirt Johann Heizmann. Dieser Narrenverein wurde dann am 5. März 1854 beim Badischen Bezirksamt in Donaueschingen unter dem Aktenzeichen Sub.-Nr. 8427 eingetragen. Noch im gleichen Monat fand die Generalversammlung statt. Siebzig Narren wählen als ersten Vorstand den schon erwähnten Hirschenwirt. Kassier wurde der Kaufmann Franz Xaver Raus. Somit war der Verein aktionsfähig. 1856 wurde bei der Generalversammlung beschlossen, den Verein von nun an „Gesellschaft Frohsinn“ zu nennen.
   

 Narrenfiguren / Gruppen der Zunft:


 
Hansel & Gretle

Der Donaueschinger Hansel (erste Erwähnung 1783) zählt zu den Baaremer Weißnarren. Bedingt durch Einflüsse des höfischen Bereichs gab es in der Geschichte verschieden bemalte Hanselhäser, die aber trotzdem alle typische Narrensymbole aufweisen. Anfang der fünfziger Jahre unseres Jahrhunderts entwickelten der Donaueschinger Maler Carl Stier und der akademische Maler Hans Röger den heutigen Zunfthansel. Das weiße Leinengewand (Kappe, Kittel und Hose) ist mit typischen Narrenfiguren und Symbolen bemalt. Der Hansel trägt zu seinem Häs eine sehr feine Rokkoko-Larve aus Lindenholz geschnitzt. Solche Larven nennt man auch Glattlarve. Die Donaueschinger Hansellarve hat eine lokale Note: Kavaliersbärtchen, Schönheitstüpferchen und ein mit Blumen, Früchten, Federn und Bändern lieblich gestalteter „Putz“ als Einrahmung. Der Fuchsschwanz an der Kappe darf als Narrensymbol nicht fehlen. Ebenso trägt der Hansel in seinen weiß behandschuhten Händen einen bunten Schirm, Zeichen des Narrenrechts. Um die Schulter legt sich der Hansel zwei Schellenriemen mit je 11 bronzenen Schellen, die bei seinem Hoppen und Springen zum Narrenmarsch „Hans blieb do“ einen weit hörenden, närrischen Klang erzeugen. Die Fasnet ist für den „Eschinger“ ein großes Fest, drum zieht der Hansel schwarze Schuhe an. Als weiteren Schmuck trägt der Hansel auf seiner Brust bis unter den Bauch reichende bunte Seidentücher, „Hanseltücher“ genannt. Noch dabei hat der Hansel einen weißen Weidenkorb, in dem er Gutzele und sonstige Süßigkeiten nebst Orangen zum Auswerfen für die Kinder mit sich trägt. Zum „Strählen“ vertauscht der Hansel seinen bunten Schirm mit der Pritsche, die er auf die Schulter des zu Strählenden legt. Zur Beendigung der Fasnet am Fasnetzieschdig reduziert der Hansel die Hanseltücher zu einem Schwarzen Tuch; statt des bunten Schirmes trägt der eine oder andere einen schwarzen. Zur Fasnetbeendigung tritt der „Pläri“ in Szene. Er zieht mit einer fahlen, weinenden Larve, die nur mit einem schwarzen Zopf als Putz umrahmt ist, schwarzen Handschuhen und schwarzem Hanseltuch jammernd ob des nahen Endes der Fasnet durch die Gaststätten, um beim Verbrennen der Fasnet am Hanselbrunnen in lautem Wehklagen seinem Gemütszustand Ausdruck zu verleihen.

Das Gretle gehört schon immer zum Donaueschinger Hansel; erste Erwähnung 1783; erste bildliche Darstellung 1834. Das Gretle trägt die Donaueschinger Tracht aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie war ursprünglich kein Fasnachtskleid sondern Festtracht der Frauen. Den Kopf schmückt die „Backenhaube“ mit dem bestickten „Kappenblätz“ und den bis zum Rocksaum reichenden Bändern. Über der weißen Bluse mit weit gefassten Ärmeln ist das Mieder aus schwarzem Samt mit Blumen und Ranken aus Silberfaden bestickt. Hinter der Verschnürung mit Silberkordel sitzt der reich bestickte schmuckhafte Vorstecker. Das Goller, meist aus weinrotem Samt und Gollerbändel, bildet den graziösen Abschluß über dem Mieder an Schulter und Hals. Der lange schwarze Hippenrock mit Samtbesatz und roter Litze reicht bis zu den Knöcheln. Zur Tracht gehören weiterhin die Schürze aus Schillerseide, die schwarzen Halbschuhe, die weißen „Handele“ und ein reich bestickter Gürtel, der den Leib als Zierde umschließt.


Kuhseckel

Der Narrensomä, also der Nachwuchs, wird von den sogenannten „Kuhseckel“ begleitet. Dieses Häs wurde 1951 von Malermeister Carl Stier entworfen für ältere Hansel, die nicht mehr Hansellaufen können. Es besteht aus Zipfelmütze, blauem Fuhrmannshemd und einer bemalten, weißen Hose. In der Hand schwenkt der Kuhseckel eine Saublotere
 
 
Plääri
Der Plääri besteht aus dem gewohnten Hanselhäs, jedoch ohne Geschell. Die bunten Tücher werden gegen schwarze eingetauscht, die Larve zeigt ein weinendes Hanselgesicht.
 
 
Wir danke der Narrenzunft Frohsinn für die Texte.
Zusammengestellt von Raphael S. Rinkenauer


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